Schulordnung

für das Christliche Gymnasium Johanneum in Hoyerswerda

Präambel

Das Johanneum Hoyerswerda wurde als „Evangelisches Gymnasium Johanneum“ in Trägerschaft der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz gegründet. Mit Wirkung vom 1.12.2005 hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz als deren Rechtsnachfolgerin die Trägerschaft an den Schulträgerverein Johanneum Hoyerswerda übertragen, der die Schule als christliches Gymnasium weiterführt.

Das bedeutet: Sowohl die Konzeption als auch die Ordnungen und die tägliche pädagogische Arbeit orientieren sich an der christlichen Botschaft und den ihr entsprechenden Werten. Gottesdienste und Schulandachten gehören als feste Bestandteile zum Schuljahresablauf und zum Schulalltag. Die Teilnahme am Religionsunterricht als ordentlichem Unterrichtsfach ist obligatorisch und mit der Wahl der Schule verbunden.

Von allen Mitarbeitern, insbesondere von der Schulleitung und den Lehrkräften, von der Schülerschaft und von den Sorgeberechtigten, wird erwartet, dass sie diese Ausrichtung der Schule bejahen und gemeinsam zu verwirklichen suchen.

1. Strukturen des Zusammenwirkens am Johanneum

1.1. Um des Gesamtauftrages der Schule willen ist es erforderlich, dass alle an der Schule Beteiligten einander in ihrer jeweiligen Funktion achten: Eltern, Schüler, Lehrkräfte und sonstige Mitarbeiter, Schulleitung, Schulträger.

1.2. Der Schulträger regelt die Mitwirkung durch eine Mitwirkungsordnung. In ihr finden hinsichtlich der Schulkonferenz und der Lehrerkonferenzen die Bestimmungen §43 des Sächsischen Schulgesetzes (im folgenden: SchulG), hinsichtlich der Eltern- und Schülermitwirkung die §§ 45-50a bzw. §§51 bis 57 SchulG sinngemäß Anwendung.

2. Unterricht und Schulveranstaltungen: Teilnahme, Fernbleiben und Beurlaubung

2.1. Schülerinnen und Schüler nehmen kontinuierlich an dem für sie bestimmten Unterricht teil. Sie erfüllen damit die primäre Verpflichtung aus dem Schulvertrag und – sofern sie schulpflichtig sind – die gesetzliche Schulpflicht.

2.2. Die Sorgeberechtigten sind verpflichtet, die kontinuierliche Unterrichtsteilnahme ihrer Kinder zu unterstützen. Sie sind diesbezüglich zu einer engen Zusammenarbeit mit der Schule, insbesondere den Klassenleitern bzw. Tutoren, verpflichtet.

2.3. Schulweg: Sorgeberechtigte bzw. volljährige Schüler/Schülerinnen sind verpflichtet, der Schule die Wohnung, von der aus die Schule besucht wird, schriftlich mitzuteilen und sie insbesondere über Änderungen umgehend zu informieren. Diese Angaben sind auch Grundlage der Prüfung versicherungsrechtlicher Ansprüche (Schulwegunfall).

2.4. Verhinderung:

2.4.1. Ist ein Schüler durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren zwingenden Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so ist dies der Schule unter Angabe des Grundes und der voraussichtlichen Dauer der Verhinderung unverzüglich, jedenfalls am ersten Tag mündlich oder schriftlich mitzuteilen. Im Falle telefonischer Mitteilung ist eine schriftliche Mitteilung sofort bei Rückkehr in den Unterricht, bei längerer Verhinderung am 6. Fehltag, nachzureichen.

2.4.2. Entschuldigungspflichtig sind für minderjährige Schüler die Sorgeberechtigten, im übrigen die volljährigen Schüler selbst.

2.4.3. Bei einer Krankheitsdauer von mehr als fünf Schultagen kann der Klassenlehrer/Tutor die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen. Bei auffällig häufigen oder langen (über 10 Tage) Erkrankungen kann der Schulleiter vom Entschuldigungspflichtigen die Vorlage eines amts- oder vertrauensärztlichen Zeugnisses verlangen. Die Anforderung ist vom Schulleiter zu begründen. Die Kosten für ärztliche Zeugnisse hat der Entschuldigungspflichtige zu tragen.

2.4.4. Fehlt ein Schüler wegen Krankheit bei. Abiturprüfungen, Klausuren in der Oberstufe oder Abschlussprüfungen, so ist stets ein ärztliches Attest vorzulegen.

2.5. Beurlaubung:

2.5.1. Ein Schüler kann nur in besonderen Ausnahmefällen vom Schulbesuch beurlaubt werden. Die Beurlaubung soll rechtzeitig (in der Regel: 2 Wochen vorher) schriftlich beim Klassenleiter bzw. beim Tutor beantragt werden. Antragsberechtigt sind für Nicht-Volljährige die Sorgeberechtigten, bei volljährigen Schülern diese selbst..

2.5.2. Hinsichtlich der Anerkennung von Beurlaubungsgründen gelten die entsprechenden staatlichen Regelungen (z.Zt. Schulbesuchsordnung [SBO] §4 Abs.(2) und (3)).

2.5.3. Die Beurlaubung kann davon abhängig gemacht werden, dass der versäumte Unterrichtsstoff nachgeholt wird.

2.5.4. Zuständig für die Entscheidung über Beurlaubungen von bis zu drei Tagen ist der Klassenleiter bzw. der Tutor, im übrigen der Schulleiter.

3. Zusammenleben in der Schule: Grundsätze für die Hausordnung

3.1. Das Zusammenleben und Zusammenarbeiten Vieler in der Schule erfordert von jedem einzelnen, Ordnungen zu akzeptieren und Mitverantwortung für das Ganze der Schule wahrzunehmen.

3.2. Der Schulleiter bzw. die von ihm Beauftragten üben das Hausrecht auf dem Schulgrundstück und im Schulgebäude aus.

3.3. Handlungen, die die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben in der Schule schwerwiegend gefährden, berechtigen den Schulträger – insbesondere im Wiederholungsfall – zur Kündigung des Schulvertrages. Solche Handlungen sind insbesondere:

3.3.1. Mitführen und Gebrauch von Waffen im Schulbereich (einschließlich schulischer Veranstaltungen außerhalb des Schulgrundstückes) und auf dem Schulweg;

3.3.2. Mitführen, Gebrauch und insbesondere Weitergabe von Drogen an Schüler im Schulbereich, bei Schulveranstaltungen und auf dem Schulweg.

3.4. Die Schulkonferenz erarbeitet eine Hausordnung, die Regeln des täglichen Miteinanders formuliert. Sie ist Bestandteil dieser Schulordnung.

4. Umgang mit Verstößen gegen die Schulordnung (Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen)

4.1. Verstößen gegen die Schulordnung soll zunächst mit erzieherischen Mitteln entgegengewirkt und vorgebeugt werden. Erziehungsmaßnahmen haben Vorrang vor Ordnungsmaßnahmen. Bei unmittelbarer Gefährdung von Personen und Sachen oder erheblicher Beeinträchtigung der Schule in der Ausübung des Bildungs- und Erziehungsauftrages sind Ordnungsmaßnahmen auch ohne vorherige Erziehungsmaßnahmen zulässig.

4.2. Körperliche Züchtigung und persönlich entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

4.3. Ordnungsmaßnahmen gegenüber Schülern sind nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu treffen. Kollektivstrafen sind nicht zulässig.

4.4. Ordnungsmaßnahmen sind:

4.4.1. Schriftlicher Verweis des Klassenleiters bzw. des Tutors

4.4.2. Schriftlicher Verweis des Schulleiters

4.4.3. Überweisung in eine parallele Klasse

4.4.4. Verweis des Schulleiters mit Androhung der fristlosen Kündigung des Schulvertrages

4.4.5. Fristlose Kündigung des Schulvertrages

4.5. Zuständig für Ordnungsmaßnahmen sind

nach 4.4.1 der Klassenleiter;

nach 4.4.2 bis 4.4.5 der Schulleiter nach Anhörung der Klassen- bzw. Jahrgangsstufenkonferenz.

Die Ordnungsmaßnahmen nach 4.4.2 bis 4.4.5 sind nur bei schwerem oder wiederholtem Fehlverhalten zulässig.

4.6. Vor der Entscheidung über eine Ordnungsmaßnahme sind der betroffene Schüler und bei minderjährigen Schülern auch die Eltern zu hören. Auch die Schülersprecher der Klasse bzw. die Jahrgangsstufensprecher sollen angehört werden.

4.7. In dringenden Fällen kann der Schulleiter bis zur Entscheidung über die Ordnungsmaßnahme einen Schüler vom Unterricht und anderen schulischen Veranstaltungen ausschließen. Die endgültige Entscheidung ist binnen 8 Unterrichtstagen zu treffen.

4.8. Gegen Ordnungsmaßnahmen ist der Widerspruch zulässig. Er ist in Fällen nach

4.4.1 an den Schulleiter,

4.4.2 bis 4.4.4. an den Schulträger z.Hd. des Schulleiters

zu richten. Der Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung.

5. In-Kraft-Treten, Zuständigkeit für Änderungen

5.1. Diese Schulordnung wurde durch den Schulträgerverein Johanneum am 3.12.2005 beschlossen und tritt mit ihrer Bekanntmachung in Kraft. Sie wird jedem Schulvertragspartner mit einem Exemplar ausgehändigt.

5.2. Bei Änderungen dieser Schulordnung gilt folgende Zuständigkeit:

5.2.1. Abschnitt 1: Mitwirkungsordnung: Schulträgerverein (Beschluss) nach Anhörung der Schulkonferenz;

5.2.2. Abschnitt 2.4 u.2.5 (Verhinderung/Beurlaubung: : Schulträgerverein (Beschluss) nach Anhörung der Lehrerkonferenz und Schulkonferenz

5.2.3. Abschnitt 3 (Hausordnung) Schulkonferenz (unter Beteiligung von Lehrerkonferenz, Eltern- und Schülervertretung

5.2.4. Abschnitt 4: (Ordnungsmaßnahmen) Schulträgerverein (Beschluss) auf Antrag der Lehrerkonferenz und Anhörung der Schulkonferenz..


Hoyerswerda, den 03.12.2005

für den Schulträgerverein Hoyerswerda

(Schulträger)